Besondere Orte – eine Schreibwerkstatt mit 15 Jugendlichen

„Was sind eure besonderen Orte? Wo haltet ihr euch auf? Wo erlebt ihr Besonderes, wo erlebt ihr die Stadt?“

Mit diesen Fragen sind 15 Jugendliche im Corona-Sommer 2021 mit mir durch Nördlingen gezogen. In 1:1 Spaziergängen hat mir jede:r von ihnen seine/ihre Stadt gezeigt – und einen besonderen Ort.

Das waren und sind Orte, die auf den ersten Blick so gewöhnlich, so nichtssagend, so unsehenswürdig sind, dass man sie im Alltag einer Stadt nicht sonderlich wahrnimmt.

Ganz anders als ausgewiesene Sehenswürdigkeiten, die allen und jedem bereitwillig die immer gleiche Geschichte von sich erzählen, herumschreien, tröten – Fakten, Zahlen, Historie – sind die „Besonderen Orte“ sozusagen Lebenswürdigkeiten. Es sind die Orte, die nur deshalb etwas Besonderes werden, weil jemand eine Geschichte mit ihnen verbindet.

Das sind dann ein Hintertürchen, ein verlassenes Haus, ein Busweg, ein kleines Tor in der Mauer, ein Pavillon – um nur ein paar zu nennen. Ganz unbesondere Orte also, die nur deshalb, weil sie mit Leben gefüllt wurden, besonders werden – für eine bestimmte Person. Und diese bestimmte Person erzählt uns nun über ihren besonderen Ort und macht ihn dadurch auch für uns, nun ja, zu etwas Besonderem. Zu einem kleinen geteilten Geheimnis…

Und diese kleinen Geheimnisse haben die Jugendlichen mit uns geteilt. Was für ein Geschenk!

Zu jedem Ort entstand eine Geschichte, die von den Jugendlichen aufgeschrieben und anschließend eingesprochen wurde. Und aus diesen eingesprochenen Geschichten ist ein Audio-Rundgang entstanden. An 15 Stationen in Nördlingen können die Besonderen Orte jetzt per QR-Code abgerufen, angehört – und auch ein besonderer Ort für Sie werden.

Die Stationen des Audio-Rundwegs „Besondere Orte“ sind eine Einladung, Nördlingen mit ganz anderen Augen zu entdecken: welche verborgenen Geschichten schlummern in den Alltäglichkeiten? Wie kann ein Ort besonders werden, weil er sich jemand anderem eingeschrieben hat, der darüber erzählt?

Viel Spaß!

Die Teilnehmer:innen und ihre Orte

  1. Karen Ellermann, Das Brückchen über die Eger
  2. Julia Berndorfer, Die Kaiserwiese
  3. Leon Hummel, Der hintere Pavillon im Park hinterm RiesKraterMuseum
  4. Maximilian Schwefel, Das Gerberviertel und der Folterkeller unterm Rathaus
  5. Hanna Kellner, Das Karussell auf der Wiese vor der Stadtbibliothek
  6. Hanna Kellner, Die Stadtbibliothek
  7. Sophia Akin, Der Marktplatz
  8. Sarah Vogtmann, Oben auf dem Daniel
  9. Johanna Christ, Der Minigolfplatz am Berger Tor
  10. Anne Angermeyer, Der Rundweg auf der Stadtmauer
  11. Selina Weng, Das Tau vor der Realschule – ein Busweg
  12. Ilya Ryaboshapchenko, Das kleine Tor in der Reimlinger Stadtmauer
  13. Amelie Diethei, Das Türchen hinter der Alten Bastei
  14. Karina Scherb und Julius Knappe, Das verlassene Haus (Stoffelsberg 3)
  15. Felix Breu, Der Skaterpark

Die genauen Standorte der QR Codes finden Sie auf dieser Karte:

Danke!

Ein großer Dank an die Stadt Nördlingen und Herrn OB David Wittner, die dieses Projekt im Rahmen des Stadtschreiberin-Stipendiums 2021 überhaupt ermöglicht haben.

Danke an Eva von Roda, die dieses Projekt außerordentlich tatkräftig unterstützt hat, danke. Danke an Patrick Huggenberger, der sich sofort bereit erklärt hat, die Tonaufnahmen und auch den Schnitt zu übernehmen. Danke an Tom Auffarth für die Sprecheransage und das Feintuning. Danke an Maximiliane Böckh für ihre Unterstützung. Danke an Rudi Scherer von der Stadt Nördlingen für Organisation und Koordination.

Und ein ganz besonderer Dank an Ralf Lehmann von der Buchhandlung Lehmann, der das Stadtschreiber-Stipendium initiiert hat.